Vereinshistorie

So entstand der Verein…

Am 18.02.1989 gründete Herr Panagiotis Papadopoulos den Verein der Griechen aus Pontos in Krefeld. Einige seiner ehemaligen Schüler bildeten mit ihm zusammen den ersten
Vorstand.

Kopie des Gründungsprotokolls aus dem Jahr 1989
Kopie des Gründungsprotokolls aus dem Jahr 1989

DIE GRÜNDUNGSGESCHICHTE DES PONTISCHEN VEREINS „PONTIAKI ESTIA“ IN KREFELD-DEUTSCHLAND

In diesem Jahre vollenden wir 25 Jahre seit der Gründung des Pontischen Vereins „Pontiaki Estia“ in der Stadt Krefeld, Deutschland. Es ist ein Verein, wie so viele andere in verschiedenen Städten von Griechenland und dem Ausland, die die Tra- ditionen und Bräuche des Pontos weiterleben, um sie zu erhalten. Das Ziel des Ver- eins ist es, eine Stimme des Protestes gegen das Verbrechen der Ermordung von 353.000 Pontos-Griechen, welche von den Jungtürken und Mustafa Kemal während des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 und von 1919 bis 1922 begangen wurde, laut werden zu lassen.

GRÜNDUNGSBEGINN DES VEREINS

Im Mai 1988 begann in Düsseldorf die Geschichte der Vereinsgründung anlässlich des Tanzfestivals, welches von dem VERBAND DER VEREINE DER GRIECHEN AUS PONTOS IN EUROPA (O.S.E.P.E.) organisiert wurde. Darin liegt der Beginn der Gründung des Vereins. Meine Bekanntschaft mit Lazaros Terzanidis hat dazu bei- getragen, den unvergesslichen Vorsitzenden des Verbandes Ioannis Papadopoulos kennen zu lernen, dem ich versprochen habe, einen pontischen Verein in unserer Stadt zu gründen. Mit Hilfe des Schriftführers des O.S.E.P.E. begann die Korrespon- denz bezüglich der Gründung und Funktion des neuen Vereins.
Nach der Sommerpause, die folgte, begannen wir die Diskussionen mit den Pon- tos-Griechen der Stadt. Wir mussten Anfangs feststellen, wie viele Pontos-Griechen in unserer Stadt leben und ob sie zur Verfügung stehen würden, um die Geschichte und Tradition der pontischen Griechen fortzuführen. Die Nachricht wurde sofort in der Stadt bekannt gegeben und alle hofften auf deren Verwirklichung. Nach einiger Zeit erfolgte die erste Begegnung mit genügend Pontos-Griechen. Zunächst wurde ein vorläufiger Ausschuss gebildet, welcher sich um die Modalitäten bezüglich der Gründung des Vereins kümmern sollte.



DIE ERSTE WAHL DES VORSTANDES AM 11.03.1989

Die Reaktion auf den Aufruf für die erste Generalversammlung am 03.11.1989 war einmalig. Der große Saal wurde mit Pontos-Griechen jeden Alters gefüllt, die ge- spannt auf die Entwicklungen des Abends warteten. Viele von ihnen waren ehema- lige Schüler meiner griechischen Klassen.



THEMEN DER TAGESORDNUNG:

1. Wahl des Vorsitzenden – Protokollführers der Generalversammlung
2. Festsetzung des Gründungszwecks des Vereins
3. Offizieller Name des Vereins –unter Gründung-
4. Einreichung von Vorschläge von Mitgliedern der Generalversammlung
5. Wahl des Wahlvorstandes
6. Einreichung von Vorschläge der Kandidaten
7. Wahlen



Als offizieller Name des Vereins wurde die Bezeichnung „PONTIAKI ESTIA“ geneh- migt.

Nach der Auszählung der Stimmen wurde der erste Vorstand mit folgender Zusam- mensetzung gewählt:
1. Papadopoulos, Panagiotis (Vorsitzender)
2. Pachatouridis, Angelos (stellv. Vorsitzender)
3. Karipsiadou, Apagi (Schriftführerin)
4. Chatziioakimidou, Maria (Kassenreferent)
5. Simeonidis, Pavlos (Beisitzer)
6. Papaevangelou,Sofia (Beisitzer)
7. Poutoutzidou,Vasiliki (Beisitzer)

Jetzt haben die Pontos-Griechen einen Verein, sie haben eine Stimme und einen Status, ein Traum wurde verwirklicht. Die Gewählten empfingen von allen Glück- wünsche und viel Erfolg in ihrer Arbeit.



VERANSTALTUNGEN DES VEREINS DER PONTOS-GRIECHEN „PONTIAKI ESTIA“ VON KREFELD DEUTSCHLAND

1. Gedenkfeier an die Opfer des Völkermordes

Unsere erste Veranstaltung war die Durchführung einer Gedenkfeier in der grie- chisch-orthodoxen Kirche der Stadt zur Erinnerung an die Opfer des pontischen Völkermordes. Es war ein kleines Zeichen der Dankbarkeit an die Opfer der Gräu- eltaten durch die Jungtürken. Es folgte die Rede des Vorsitzenden Herrn Panagiotis Papadopoulos.

2. Organisation eines pontischen Abends

In kürzester Zeit sah man eine dringende Notwendigkeit für die Durchführung ei- ner Veranstaltung bezüglich des Kennenslernens der Mitglieder, aber auch für die Gewährleistung von Mitteln für die Bedürfnisse unseres Vereins.
Diese Veranstaltung hat kurz danach und nach Einwirkung des Pavlos Chatziioa- kimidis in der großen Halle der Schule, in der ich diente, stattgefunden. Die Teil- nahme der Pontos-Griechen und ihren Freunden war groß. Die Frauen sorgten für reichhaltige pontische Gerichte, während die Männer eine Flasche Ouzo oder Cog- nac mitbrachten. Alles wurde kostenlos zur Verfügung gestellt. Am Ende legte je- der einen freiwilligen Beitrag auf dem Tisch. Die Feststimmung erinnerte an unsere Heimat. Die Lieder in Begleitung der süßklingenden Lyra erinnerten an unvergess- liche emotionale Momente aus der Vergangenheit. Viele sangen und andere konn- ten ihre Tränen kaum verbergen. Die pontischen Witze fehlten aber auch nicht.

3. Die Organisation einer pontischen Tanzveranstaltung

Die nächste Veranstaltung war die Organisation einer Tanzveranstaltung in einer großen Halle. Die Beteiligung der Öffentlichkeit war groß und rührend. Die ponti- schen Tänze, begleitet von der Lyra, hatten ihren eigenen Platz in den Herzen aller Anwesenden. Bei dieser Veranstaltung nahm auch der pontische Verein aus Düs- seldorf in Begleitung des Vorsitzenden Georgios Sarnazis teil, welcher mit seiner Tanzgruppe kam und ein reiches und fröhliches Schauspiel bot.

4. Kauf von traditionellen Trachten

Mit dem Geld, welches wir gesammelt haben, bestellten wir aus Griechenland 6 (3×3) traditionelle Trachten für die Tanzgruppe, welche von Herrn Sofianidis, da- mals Angestellter des Zollamtes von Thessaloniki, besorgt wurden. Die Bekannt- machung mit ihm ermöglichte Frau Despina Chouzana, Angestellte des Verband- büros „Panagia Soumela“ in Thessaloniki.

5. Unsere Registrierung beim Verband

Unsere primäre Pflicht war es, uns als Vollmitglied bei der O.S.E.P.E. zu registrie- ren. Während meiner Amtszeit fanden die Wahlen des Verbandes, an denen wir teilnahmen, statt. Meine Rede vor der Generalversammlung war offenbar der An- lass zum Vorsitzenden des Wahlausschusses der Generalversammlung gewählt zu werden. Somit führte ich die Wahlen durch. Wenn ich mich recht erinnere, wurde damals als Vorsitzender Herr Tsoraklidis gewählt.

Bei den Wahlen unseres Vereins, welche nach zwei Jahren stattfanden, habe ich keinen Antrag auf Teilnahme an den Vorstand gestellt, da sich die Zeit für mich näherte, nach Griechenland zurückzukehren. Zu diesem Zeitpunkt ging ich zu den Sitzungen des Vorstandes, bis deren Mitglieder das diesbezügliche Verfahren und die Korrespondenz kennen lernten. Ich erinnere Sie daran, dass viele Male unsere Bekanntmachungen von einem lieben Kollegen und Freund Herrn Spiros Sotiriou, mit viel Vergnügen und Liebe vorbereitet wurden, da er den Computer bedienen konnte.

Panagiotios Papadopoulos
Philologe

Herausgeber und Leiter des Magazins
„PONTIAKI ESTIA“

 

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